Donnerstag, 23. November 2017

Höpkens Ruh - von einem Restaurant, das mehr sein möchte - es aber leider nicht schafft !

Restaurant: Landhaus Höpkens Ruh, Oberneulander Landstrasse 69, 28355 Bremen



Moin,

heute möchte ich euch vom Landhaus Höpkens Ruh berichten. Zusammen mit meinen Eltern besuchte ich an einem Samstagabend das Restaurant im Landhaus Höpkens Ruh.

Der Gastraum ist zur Hälfte ein Wintergarten mit einem schönen Blick auf die Terrasse und den anschließenden Park. Viel konnten wir davon aber leider nicht sehen, da es im November abends schon stockfinster ist.

Auf den Tischen stehen Kerzen, die aber nur angemacht werden, wenn auch Gäste an den Tischen sitzen. Wie ich finde, eine sehr fragwürdige Angewohnheit, da es doch immer wenig einladend aussieht wenn die Kerzen nicht an sind. Allerdings war die Beleuchtung so hell, dass es sowieso keinen Unterschied machte, ob sie an oder aus sind. Und ich eher das Gefühl hatte beim Zahnarzt zu sitzen.

Vor meinem Besuch habe ich mir die "aktuelle" Speisekarte auf der Webseite angeschaut und dann verwundert festgestellt, dass die "Web"-Speisekarte doch deutlich von der im Restaurant abweicht. So hatte ich mich schon auf das "Höpkens Schnitzel mit einer Mohnpanade" gefreut, doch dieses sowie einige andere Gerichte waren nicht auf der "Restaurant"-Karte, dafür aber andere. Hier wäre ein Hinweis  auf der Website angebracht, dass es sich nur um eine "Beispiel"-Karte handelt.

Aber, nun gut, wir haben doch alle was zu essen gefunden.

Meine Mutter bestellte ein Risotto mit gebratenem Lachs, mein Vater ein Rinder-Tatar und ich den Hirschburger. Zum Nachtisch bestellten wir noch zweimal die Käsevariation und eine Creme Brûléé.

Das Risotto meiner Mutter machte optisch leider nicht viel her - ein weißes Risotto auf einem weißen Teller. Den einzigen Farbtupfer bildete der Lachs, dieser war allerdings perfekt gebraten.

Auch das Rinder-Tatar war äußerst langweilig angerichtet - ein fix und fertig angemachter quadratischer Klumpen Fleisch und eine Gewürzgurke auf einem weißen Teller. Hierzu sei gesagt, dass ich das Rinder-Tatar bereits einmal im Höpkens Ruh geniessen durfte und meinem Vater davon vorgeschwärmt hatte, weshalb ich sehr froh war, dass es doch auf der Karte war. Damals war es aber deutlich ansprechender angerichtet. Das Tatar ruhte auf einer schwarzen Schieferplatte, in einer Kuhle in der Mitte lag das rohe Ei, an der Seite die kleingehackten Schalotten, Gewürzgurken, Kapern und ein Streifen Trüffelmayo. So macht das Essen dann auch gleich mehr Spass.

Beim Hirschburger wurde ich nach der Garstufe gefragt und bestellte Medium. Und was soll ich sagen - sie haben es verkackt. Natürlich war er durch. Aber was soll's, geschmeckt hat das Fleisch trotzdem. Nur war das noch nicht alles. Das Bun war zu einem Viertel schlicht und einfach verbrannt. Dies war besonders schade, da es sich um eines der besten Buns handelte (der nicht verbrannte Teil), das ich je gegessen habe. Ein Sauerteig-Bun, das bestimmt nicht industriell hergestellt wird. Alles in allem war der Burger trotzdem OK. Und ohne diese handwerklichen Mängel wäre bestimmt auch ein Gut bis sehr Gut möglich gewesen.

Mein Vater und ich hatten noch Steakhouse-Fries dazu. Zugegebenermaßen bin ich nicht der grösste Pommes-Fan, aber gerade in Restaurants bestelle ich sie gerne mal. Nur um zu sehen, ob man sich die Mühe macht sie selber herzustellen oder doch lieber das 08/15 Industrieprodukt nimmt und somit deutlich sagt: „Ach Pommes, das essen doch nur die Kinder und die essen alles“. Leider hat man sich hier für die 08/15 Variante entschieden und um den ganzen die Krone aufzusetzen gab es dazu noch ganz einfache Mayo und Ketschup.

Das Dessert, nun ja, erst mal wurde es offensichtlich vergessen. 20 Minuten in einem Restaurant mit 3 besetzten Tischen, von denen einer beim Hauptgericht war und einer bereits gezahlt hatte und wir der dritte Tisch waren - das ist ein No Go, zumal kein Wort darüber verloren wurde.

Zu der Creme Brûléé möchte ich einfach nur meine Mutter zitieren: „Das schmeckt wie der fertige Vanillepudding, den ich zu Hause habe“. Und um es ganz klar zu sagen, das war kein Lob.

Die Käsevariation war geschmacklich sehr gut, aber auch hier wurden einige Fehler gemacht. Neben dem Käse waren noch Walnüsse, Feigensenf und Weintrauben auf dem Teller. Leider hatten die Weintrauben stellenweise ihren Zenit bereits überschritten, die hätten niemals auf dem Teller gelangen dürfen. Außerdem sollte der Käse von mild nach kräftig angeordnet werden, was meiner Meinung nach nicht der Fall war. Auch wurde nicht erklärt, um welchen Käse es sich handelt. Dies sollte aber obligatorisch sein, wenn man eine Variation serviert.

Bevor ich zum Fazit komme noch ein paar Worte zum Service. Dieser bestand aus zwei Personen - einer jungen Dame und einem Herrn. Die Dame hinterließ bei mir den Eindruck, dass sie den Job noch nicht allzu lange macht, aber sehr bemüht ist. Außerdem war sie nie aufdringlich und doch immer aufmerksam und somit genau das, was man als Gast möchte. Genau das Gegenteil zu dem Herrn. Dieser war LAUT, hektisch und hatte den Gastraum überhaupt nicht im Griff, obwohl er offensichtlich der war, der das Sagen hatte von den beiden. Als Beispiel dafür was ich meine: Er hat die Angewohnheit jedes Ansprechen mit einem „So“ zu beginnen. Was nicht unbedingt schlimm ist, doch sollte man dies nicht machen wenn man noch zwei Tische von dem Ziel entfernt ist.


Fazit:

Das Landhaus Höpkens Ruh ist idyllisch gelegen in einem Park in Oberneuland und somit in einem der vielleicht wohlhabendsten Viertel Bremens. Dies spiegelt sich auch in den Preisen wieder. Leider kann aber weder die Qualität der Speisen noch der Service dies rechtfertigen (zumindest nicht an diesem Abend). Die Karte liest sich gut, an einigen Punkten stimmt auch der Ansatz (Bun). Doch es mangelt an der Umsetzung sowohl in der Küche als auch im Service.

So muss ich abschließend sagen, dass das Landhaus Höpkens Ruh es leider nicht wert ist sich ins tiefe Oberneuland zu begeben. Zumindest nicht, wenn man nicht gerade dort wohnt und unter sich (Oberneuländer) bleiben möchte.


Euer AkaliX

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Der etwas andere Grieche

Restaurant: Ouzeria Symposio, Neustadtscontrescarpe 4, 28201 Bremen



Moin,

heute möchte ich euch von der "Ouzeria Symposio" in der Neustadtscontrecarpe erzählen. Es ist ein griechisches Restaurant. Und - jaaa, ich höre euch schon :

Grieche, kenn' ich - sind alle gleich - unterscheiden sich nur vom Namen, wenn überhaupt !

Aber, HALT !!!

Bei der "Ouzeria Symposio" ist der Name - wie sie auf ihrer Website schreiben - Programm. Oder soll ich sagen - ihre Philosophie ?

Zur Erklärung (für alle, die wie ich kein griechisch können) :
"Ouzeria" = kleines Lokal, "Symposio" = geselliges Essen und Trinken.

Das "Symposio" ist ein etwas anderer Grieche ! Hier gibt es keine "Fleischberge" mit tomatisiertem Reis - hier setzt man auf „Mezedes“.

Als Mezze (Plural "Mezedes") bezeichnet man kleine Gerichte. Die spanische Variante ist uns als Tapas bekannt.

Mit einem Kollegen war ich also im "Symposio" und wir bestellten mehrere Mezze :

- mit Spinat und Feta gefüllte Teigtaschen
- weisse Bohnen in einer Tomatensauce
- eine Bauernwurst in Tomatensauce
- Halumi (Käse) auf einem Gemüsebett
- in Teig ausgebackene Muscheln 


Wer schon mal Halumi gegessen hat - oder sogar versucht hat, ihn selber zu grillen - der weiß, dass es ein nicht ganz einfacher Käse ist. Wenn man den richtigen Zeitpunkt verpasst ihn vom Grill zu nehmen, hat man eher das Gefühl auf einem Stück Radiergummi zu kauen als auf einem Käse. Doch das war hier nicht der Fall. Der Halumi war genau so, wie er sein sollte. Selbst das Gemüsebett hat mir sehr gut geschmeckt, obwohl ich eigentlich nur die Paprika darin gerne esse.

Auch die restlichen Mezze waren alle sehr gut.

Und, auch wichtig - das Ambiente ist sehr einladend und gemütlich. Hier fühlt man sich sofort wohl.

Fazit:

Wer sich schon immer gefragt hat, wo man - zumindest einen Teil - des Essen bekommt, dass man aus dem Griechenland-Urlaub kennt (und nicht diese "Fleischberge", die wir für typisch griechisches Essen halten), der sollte auf jeden Fall mal das "Symposio" besuchen.

Hier werdet ihr bestimmt nicht entäuscht.

Obwohl, die "Fleischberge"-Liebhaber vielleicht doch.   :-)


Euer AkaliX